Rheinischer Singewettstreit 2018

Erschienen am in Stamm

Ron Stendel

Ron Stendel

Ist 2006 als Wölfling in den Stamm gekommen. Er hat mit dem Leiten in der Pfadfinderstufe begonnen und leitet nun seit gut zwei Jahren die Wölflinge, inzwischen zwei Meuten.

 

„Graue Burg im Sonnenglast, Burg im Regen, Burg im Schnee. Die du uns gerufen hast, unsre Burg wie eh und je.“

Bereits zum fünften mal hat sich am vorletzten Aprilwochenende unser Stamm zum Rheinischen Singewettstreit aufgemacht. Es ist allerdings das erste Jahr gewesen, in dem von jung bis alt alle eingeladen waren. Gleichzeitig war es mit 34 Teilnehmern sicher das größte Stammeslager seit langer Zeit.

Wir haben uns am Freitag, den 20.04.18 um 13:40 am Konzerthaus getroffen, um mit Regionalzügen nach St.Goar zu fahren. „Wir sind durch Deutschland gefahren“ und das hat eine ganze Weile gedauert! Zwar haben wir versucht, uns die Fahrt durch gemeinsames Singen zu verkürzen, aber jeder war froh, als wir endlich den letzten der zahlreichen Umstiege gemeistert hatten und nur noch die Besteigung des Burgberges vor uns lag. Wir luden unser Material, das Carlo für uns im Lada transportiert hat (Спасибо!) aus und trugen es zu unserem Lagerplatz. Wir hatten unseren gewohnten Platz zentral auf der Burg. Nachdem unsere Jurte und die drei Kohten standen, aß unsere Schar zu Abend „wird ihr wohl ein Essen frommen nach dem langen vollen Tag.“ Dann machten wir eine kurze Burgführung mit wunderschönem Blick vom Burgturm. Im Anschluss ging es zum Zähneputzen („häh? Hier kommt ja doch kein warmes Wasser aus der anderen Seite??“). Nachdem die Pimpfe mit dem Gute-Nacht-Lied „Dämmerung fällt“ zu Bett gebracht waren, verteilten sich die Älteren auf der Burg in Singerunden oder besuchten andere Stämme.

 

Am nächsten Morgen wurde die Jurte durch Klampfenschlag von Leo geweckt. Alle waren davon so begeistert, dass wir vergaßen die Pfadikohte zu wecken „steh endlich auf, fauler Wandergesell!“, sodass sich das Frühstück etwas verschob. Nach dem Frühstück konnten wir auch die „Kabatomben“ der Burg erkunden. Wir beschlossen, auf Funzeln zu verzichten, denn es schont die Augen und macht das Abenteuergefühl doch etwas authentischer (außerdem bekommt dann nicht gleich jeder, der uns begegnet einen moralisierenden Anfall). Auf die Minengänge („Mini-Gänge“) mussten wir trotzdem nicht verzichten, da uns zur richtigen Zeit am richtigen Ort ein Wandervogel seine Kerzenlaterne ausgeliehen hat „es brennt vor uns die Flamme“.

Ebenso interessant wie das Innenleben der Burg war auch der Pfadfinderflohmarkt auf dem Burghof, wo es alles, was ein Pfadfinder benötigt und nicht benötigt, zu erstehen gab. Viele von uns statteten sich mit Brotbeuteln aus. Außerdem fanden Lederhosen, Feldflaschen, Burgaufnäher, Messer, Überallzünder, Marinejacken, Koppelschlösser mit Pfadfindersymbolik oder der dj.1.11, Karabiner, KoSchi, eine Stirnfunzel, ein Teller Linsensuppe und viel weiteres mehr ihre neuen Besitzer in unserem Stamm.

Nach dem Mittagessen gab es weiterhin Freizeit, die ebenso in den Takatomben und Mini-Gängen verbracht wurde.

Um 16:00 sammelten wir uns, um in den Ort hinunter zum Singewettstreit zu laufen „Sankt Goaaaar…“. Wir waren aufgrund von Trödelei spät dran und mussten uns aufteilen. Die Pimpfe saßen oben und die Älteren unten. Nach einigen kurzen Ansprachen und gemeinsamen Liedern ging der Wettstreit los.

Die Wölflinge und Jungpfadfinder waren trotz der Länge des Wettstreites durchgängig schön ruhig und haben teilweise begeistert zugehört. Ein Teil (!) der Beiträge rangiert meiner Meinung nach durchaus auf dem aktuellen Niveau einiger Gruppen auf dem HaSiWe! Für uns erfreulich war, dass dieses Jahr gleich in zwei Kategorien eine DPSG-Gruppe auf dem ersten Platz gelandet ist.

Zurück auf der Burg gab es Abendessen und im Anschluss das Begegnungsfest. Im Hansesaal fand eine angekündigte Singerunde statt, daneben aber natürlich auf der Burg verteilt verschiedene andere, auch mit Lagerfeuer. Die meisten gingen nach dem Abendessen zum Volkstanz auf dem Platz vor der Burg. Es begann mit dem Auftanz, gefolgt von verschiedenen Polkatänzen. Gegen Mitternacht waren unsere Jüngsten müde genug, um zu Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen wurde das Lager mit der Trompete geweckt. Nach dem Frühstück mit lecker Streuselkuchen und Zeltabbau, rief die Trompete zum große Abschlusskreis. Dort verabschiedeten wir uns mit „Horridoh“ und „Gut Pfad“ von den anderen Teilnehmern. Dann hatten wir noch einige Zeit, um uns von der Burg zu verabschieden. Ein letztes mal ging es in die Tabatomben und auf die Burgmauern.

Die Rückfahrt im IC und ICE war zwar auch lang, aber stressfreier als der Hinweg. Auch auf der Rückfahrt sangen wir die meiste Zeit gemeinsam oder spielten Karten.

Am Konzerthaus beendeten wir wohl alle recht müde das schöne Lager im Abschlusskreis mit Reflexion und unserem Abschlusslied „Nehmt Abschied Brüder“.

Teilgenommen haben von den Wölflingen Rafael H., Tayel S., Raik D., Freyja L., Smilla M. und Lotta L., von den Jungpfadfindern Mathilda V., Sarah K., Eliah A., Aaron K., Laurin L. und Anna D., von den Pfadfindern Rio R., Adriana K., Emi M., Natalie S., Felicia S., die beiden Gäste aus Betty Clay Mara P. und Anuk O., die Jungrover Finn B., Lucy D., Charlotte L., Lene P. und Baptiste G., von den Altrovern Joschka L. und Vivian S. und von den Leitern Leona H., Thomas G., Carlo D., Ronja S., Simon M. und Ron S.

Bericht von Ron.