Stammeshütte (17.-19.02.17)

Erschienen am 19. Februar 2017 in Hütte

Ron Stendel

Ron Stendel

Ist 2006 als Wölfling in den Stamm gekommen und leitet nun nach einem Jahr in der Pfadfinderstufe die Wölflinge.

 

Als wir uns am Freitag, den 17.02.17 um 15:20 am Wiehre-Bahnhof getroffen haben, war das Gefühl einer winterlichen Alm bei den meisten wohl noch recht fern. Dennoch haben sich dort 20 Pfadfinder aus allen Stufen unseres Stammes getroffen, um ein Winterlager unter dem Motto „Alm“ miteinander zu verleben. Mit großer Vorfreude haben wir den Zug nach Hinterzarten geentert und uns in kleinen Grüppchen im Wagen verteilt. Die halbstündige Fahrt ging mal laut, mal leise, teils mit lustigen, teils aber auch blutrünstigen Geschichten, schnell vorbei. Noch im Zug gab es, pünktlich um 16:00, die erste „Sechzehn-Uhr-Überraschung“ des Lagers in Form von Keksen. Manch einer vermochte beim Kauen durchaus den Anschein einer Alm-Kuh zu erwecken.

Nach dem Ausstieg und der Bewunderung von echtem Schnee, ging es zu Fuß los in Richtung Altenvogtshütte. Nach etwa der halben Wegstrecke (nach 40 Minuten) wurden erste Stimmen laut, die eine genaue Beschreibung der verbleibenden Wegstrecke (insbesondere der Länge) forderten, aber je ambitionierter nachgefragt wurde, desto weiter schien die Hütte entfernt. Auf den letzten Metern vor dem Matthisleweiher gingen wir im Gänsemarsch, da wir uns einen schönen kleinen Trampelpfad ausgesucht hatten. Nachdem dieser am zugefrohrenen Weiher endete, war auch schon bald die ersehnte Hütte in Sicht.

Die Türe ging mit einer großen Überraschung auf. Zwei urtypische Almbewohner hießen uns willkommen und sofort waren wir umhüllt vom Lagermotto. Als erstes galt es, sich die Schuhe auszuziehen, danach bestaunten wir die Hütte: An den Türen gab es almtypische Schilder in Fraktur, an der Wand hingen Kuhhörner, auf dem Boden lag ein Kuhfell, an einem Balken hing eine Kuhglocke und mitten im Raum gab es einen Joschka und einen Thomas in Lederhose, die auf die nötige Aufmerksamkeit warteten, um eine Hausführung zu geben. Nachdem alle Räume gezeigt waren und auch jeder den Unterschied zwischen Küche und Toilette verstanden hatte, durften wir uns in den Schlafräumen einrichten. Die Pfadis, Rover und Leiter haben im etwas kleineren Leiterzimmer geschlafen, während die Jupfis und Wös sich den etwas größeren Raum teilten. Dann gab es bald schon das lange erwartete Essen: Käsespätzle mit Appenzeller.

Gut gesättigt hatten wir dann wieder frische Energie, die wir auch bald nutzten, idem wir uns zur Nachtwanderung vor der Hütte trafen. Als sich alle vor der Tür versammelt hatten, wurden als kleine Überraschung Fackeln verteilt, die dann auch die Batterien der Taschenlampen schonten.
In bedächtiger Atmosphäre versuchten wir dann, um des Waldes und unserer selbst Willen, ruhig und in einem bestimmten Zeitraum auch schweigend, zu wandern. In einer immerhin ein wenig beruhigten Stimmung verbrachten wir danach den verbleibenden Abend nach der Abendrunde mit unterschiedlichen Beschäftigungen. Es wurde im Gemeinschaftsraum gesungen, gelacht, gespielt und die schöne Wölflings-Vorstellung zunichte gemacht, dass Thomas in dieser Hütte wohnen würde. Um 22:30 wurde die allgemeine Nachtruhe verkündet und das Wö-Jupfi-Zimmer legte sich schlafen. Auf Wunsch gab es natürlich auch noch ein Gute-Nacht-Lied („Roter Mond“). Die Pfadis, Rover und Leiter saßen noch ein wenig beisammen und legten sich dann gegen Mitternacht ebenfalls schlafen.

Der nächste Tag begann mit einem Morgenlied („In die Sonne, die Ferne hinaus“), das wiederum auf nachdrücklichen Wunsch der Jupfis gesungen Wurde, die dafür sogar ihre selbstgebastelten Liederbücher zur Verfügung stellten. Nachdem Thomas mit dem Küchendienst das Frühstück vorbereitet hatte, rief die große und laute Kuhglocke, die (Gott sei Dank) nur von den Leitern geläutet werden durfte, zum Essen. Die Wös und Jupfis hatten große Freude an der Bedienung eines runden und (leider) drehbaren Tabletts. Beim Erkunden der verschiedenen Bedienbarkeiten, flogen überraschenderweise große Mengen an Frühstücksflocken quer durch den Raum… Frisch und gestärkt trafen wir uns vor der Hütte zur Morgenrunde. Wir spielten ein Spiel, dass uns körperlich und geistig wach machte und gingen dann zum Tagesprogramm über. Es sollten zwei Bobbahnen aus Schnee gebaut werden. Die richtige Würze gaben die Vorgaben, die eingehalten werden mussten. Beide Bobbahnen mussten zum Beispiel die selbe (zeitliche) Länge haben, sich kreuzen, einen freien Fall beinhalten, usw. Nachdem die Kinder verstanden hatten, was eine Bobbahn ist und dass sie eine Miniatur davon (eine Murmelbahn) bauen sollten, machten sich viele sofort fleißig und völlig planlos an die Arbeit. Würden die Bauarbeiten in Freiburg derart ablaufen, die Stadt wäre schnell eine Wüste! Nach mehrmaligem Hinweis der Leiter, sich doch mal etwas zu organisieren, wurde entweder geschmollt oder noch schneller und wilder weiter gebuddelt. Schlussendlich hat es sich dann doch ergeben, dass unter der Leitung der Älteren, koordiniert gearbeitet wurde. Am Ende des Vormittags wurde ein gut gelungenes Bauprojekt präsentiert, dass alle Vorgaben erfüllt hat und an dem sich alle fleißig beteiligt haben.

Es war sogar noch ein knappes Stündchen Zeit bis zum Mittagessen, das nun zur freien Verfügung stand. Der Großteil hatte Lust Fahnenklau zu spielen und so suchten wir uns ein ebenes Waldstück und Markierten im Schnee die Mittellinie. Es ist schon etwas anderes im Schnee Fahnenklau zu spielen, wie viele an ihren halb gefrohrenen Füßen merkten. Zurück in der Hütte, tummelte sich alles um den Ofen herum. Nach dem Läuten der Kuhglocke konnten alle sehr die gute Erbsensuppe genießen.

Das Nachmittagsprogramm bestand aus einer Edelsteinsuche im Schnee. Überall waren kleine und größere Aufgaben versteckt, die es erstmal zu finden galt und die dann natürlich noch erfüllt werden mussten. So trat eine Gruppe nach der anderen mit Aufgaben, die Fleiß und Spaß beinhalteten, vor die Spielleiter Simon und Ronja. Es wurde gerätselt und Gesang flog ebenso elegant, wie die Luftballons zum Himmel…

Der nun angedachte Gottesdienst ist ausgefallen, da unser Kurat Andreas kurzfristig absagen musste und wir auf die Schnelle keine Alternative organisieren konnten.

Erschöpft von so viel Aktivität unter freiem Himmel, war der Klang der Glocke diesmal wie Musik in den Ohren. Es gab zum Bergfest einen stattlichen Schmaus: Dampfend und duftend standen die Rösti mit Fleischkäse und Rotkohl auf dem Serviertisch.

Nach der Abendrunde wurde wieder etwas gesungen und Karten gespielt, bis die Wös und kurze Zeit später auch die Jupfis ins Bett mussten. Da die Jupfis in der letzten Nacht noch sehr lange sehr laut waren, gab es das Schlaflied („Wenn der Abend naht“) diesmal nur für die Wös und die Jupfis, die freiwillig früher ins Bett gingen. Die Pfadis, Rover und Leiter saßen an diesem Abend noch länger in Ofennähe am Tisch und haben Karten und sonstige spaßige Spiele gespielt.

Ein großes Tablett, dass einen ähnlichen Ton, wie ein großer Gong von sich gab, verkündete pünktlich um 8:00 den Morgen. Die Jupfis dachten nun erst recht nicht daran, ohne Morgenlied aufzustehen, also wurde ein letztes Mal gesungen („Morning has broken“). Nach dem Frühstück starteten wir mit der Morgenrunde und dem Spiel „Ochs am Berg“ in den Tag. Danach gab es bis zum Mittagessen noch viel Freizeit, die genutzt wurde, um mit einem Rutschteller, den ein Wö da   bei hatte, etwas Wintersport zu treiben. Außerdem sind wir noch einmal zum See gegangen, der am Rand sogar betreten werden konnte.

Nach dem Mittagessen haben wir gepackt, geputzt und aufgeräumt. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, war sogar noch etwas Zeit um „Fünfzehnerle“ zu spielen.

Der Rückweg gestaltete sich zu Beginn als recht schwierig, da die Sonne den Weg sehr rutschig gemacht hatte. Aber wir sind alle heile und dennoch viel zu früh in Hinterzarten angekommen. Dort haben wir am Bahnhof im Abschlusskreis die Lagerreflexion gemacht, die in Bezug auf die Hütte und das Essen sehr positiv ausfiel. Nur wurde bemängelt, dass es auf diesem Lager keine Versprechensfeier gab. Auch unser Abschiedslied „Nehmt Abschied Brüder“ sangen wir schon in Hinterzarten.

Im Zug gab es die letzte 16-Uhr-Überraschung und kurz darauf sind wir eine Stunde früher als gedacht, am Wiehrebahnhof angekommen. Dort wurden die Kinder von den vorher informierten Eltern herzlich in Empfang genommen. Ein Wö ist noch mit den Leitern, die dort das Material verstaut haben, zum PC gegangen.

Wir hatten ein schönes Lager mit viel gutem Wetter, Schnee, leckerem Essen, tollem Programm und Spaß, der sich durch alle Altersstufen zog.

Teilgenommen haben von den Wös Laurin L. und Eliah A., von den Jupfis Emma S., Jana J., Jakob J., Adriana K., Sarah K., Emi M., Mirko B., Natalie S., Max R., Rio R., Silvan G. und Sofia E., von den Pfadis Lucy D. und Finn B., von den Rovern Joschka L. und Tabea K. und von den Leitern Thomas G., Ronja S., Simon M., Carlo D. und Ron S.

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