Sommerlager in Ungarn 28.07.-04.08.2016

Erschienen am 16. September 2016 in Lager

Thomas Gröschel

Thomas hat im Jahr 2000 als Wölfling im Stamm angefangen und ist seit 2009 Teil der Leiterrunde. Nach fünf Jahren Pfadfinderleitung ist er nun aktuell als Leiter bei den Rovern und seit 2012 auch im Stammesvorstand aktiv.

 

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Eine Woche entspanntes Roverleben in Ungarn, dem Land der Paprika und des Lángos. Hört sich doch gut an, dachten sich auch unsere Rover. Doch schon vor der Abfahrt am frühen Morgen in Freiburg gab es den ersten Schrecken – Carlo hat verschlafen! Alles reden mit dem Zugschaffner brachte nichts, denn ganz gegen die Gewohnheit der Deutschen Bahn fuhr der Zug pünktlich um 6:43 Uhr ab. Carlo hat es leider nicht mehr in den Zug geschafft, da er keine zwei Minuten nach der Abfahrt das Gleis erreichte. Zum Glück hatte er erst vor kurzem ein Auto gekauft, mit dem er dem Zug hinterherjagte, überholte und Offenburg vor uns erreichte. Wir waren alle erleichtert, dass er es doch noch geschafft hat. Naja, fast, denn er ist in den falschen ICE eingestiegen und fuhr nun vor uns. Der Schaffner, welcher immer wieder bei uns war, um sich über den aktuellen Stand zu informieren, gab seinen Kollegen Bescheid. So konnte Carlo in Baden-Baden endlich zu uns in den richtigen Zug einsteigen. Die restlichen zehn Stunden Zugfahrt waren dagegen die totale Entspannung.

Als wir gegen 18:20 Uhr in Budapest ankamen regnete es und die Luft war zum Schneiden dick. Nach einer kurzen Orientierungsphase ging es weiter in Richtung Scout Center Budapest, welches etwas außerhalb von Budapest lag. Gegen 21 Uhr erreichten wir endlich den Lagerplatz und standen vor der nächsten Überraschung. Trotz Ankündigung über die späte Ankunft, war kein Staff, sondern nur der Platzwart ohne Englischkenntnisse auf dem Platz. Zum Glück lief uns noch ein ungarischer Pfadfinder über den Weg, der auch etwas englisch konnte. Nach einer langen und schweren Diskussion haben wir erfahren, dass es auch die versprochenen Holzstangen für unsere Kothen nicht gab. Somit mussten wir aus unseren Gewebeplanung und einigen Paletten auf dem Platz ein Nachtlager improvisieren. Wer jetzt denkt, der Tag könnte nicht schlimmer werden, hat weit gefehlt. Da unser Nudelwasser einfach nicht Kochen wollte, wurden die Nudeln auch dementsprechend. Außen verkocht, innen fast noch ungegart. Der Hunger trieb es in unsere Mägen und die Müdigkeit uns in die Schlafsäcke für eine Nacht zwischen 1000 Schnaken.

Komplett übermüdet wachten wir auf und machte uns erstmal ein solides Frühstück. Anschließend machten wir uns erstmal auf eine kleine Erkundungstour über den Platz, wobei uns teilweise die Worte fehlten. Was sich im Internet so toll angehört hat, war leider an vielen Stellen sehr heruntergekommen und verdreckt. Sei es Müll auf dem Platz oder die schon sehr maroden Duschen. Wären wir keine todesentspannte Roverrunde, wären wir sicher direkt wieder abgereist. Zurück von der Tour war nun auch endlich ein englischsprachiger Staff am Platz. Nach dem Check-in, suchten wir uns einen kleinen gemütlichen Platz und richteten uns ein. Die Stangen für unsere Kothen hatten wir inzwischen auch, sodass wir endlich unsere Kothen aufstellen konnten. Gegen Mittag war nun alles fertig und das Lager konnte endlich richtig losgehen. Da unser Gaskocher kaum noch Gas hatte, weshalb wohl auch das Wasser nicht kochen wollte, ging es für ein spätes Mittagessen in die Stadt. Das hieß 30 Minuten bis zum Bus laufen und dann nochmal 30 Minuten mit Bus und Bummelbahn in die Stadt fahren. Nachdem alle satt waren und die ersten Verpflegungseinkäufe für das Lager gemacht wurden ging es zurück zum Platz um den ersten Abend am Lagerfeuer zu entspannen.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück auch wieder in die Stadt. Die Rover erkundeten die Stadt, währen Thomas durch die Baumärkte schlich, um endlich eine passende neue Gaskartusche zu finden. Am Nachmittag trafen sich alle wieder und fuhren zurück zum Platz, um dort den Rest vom Tag zu verbringen.

Der nächste Tag fing sehr entspannt an. Nach dem Frühstück kamen wir in Kontakt mit anderen Pfadis auf dem Platz (gefühlt waren es nur deutsche Pfadfinder), sammelten Brennholz und richteten unser Lager weiter ein. Da es eine Gewitterwarnung für den Abend gab, bauten wir sehr spontan nochmal unsere Kothe auf, sodass sie auf jeden Fall sicher stand. Nach einer Versprechensvorbereitung machten sich Thomas und Leo auf den Weg in die Stadt, während die restlichen Rover weiter auf dem Platz entspannten. Am Abend gab es wieder einen gemeinsamen entspannten Lagerfeuerabend, bis das angekündigte Gewitter aufzog und sich die Rover in die Kothen verzogen.

Morgens war das Wetter wieder das alte und die Sonne knallte vom Himmel herab. Die gesamte Roverbande machte sich auf den Weg in die Stadt, um erstmal eine ordentlich Touritour zu starten. Es ging unter anderem vorbei am Parlamentsgebäude, der Tourieinkaufsmeile und in die Markthalle. Am Nachmittag ging es wieder zurück zum Platz, denn das Versprechen musste noch vorbereitet werden. Leo, Carlo und Nick machten nicht weit vom Platz im Kerzenlicht ihr Versprechen und konnten anschließen mit einer Singrunde am Lagerfeuer feiern. Wir waren beim Versprechen zwar nur in unserer kleinen Runde, aber anschließend kamen die anderen deutschen Pfadfinder zu unserer Singrunde vorbei. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht und die Rover lernten die Kazoo kennen.

Auch wenn der Abend etwas länger ging, standen wir früh auf, denn es ging auf die Magareteninsel zum Entspannen ins Schwimmbad. Auf der Insel angekommen bewunderten wir zuerst das imposante Brunnenspiel, machten uns dann aber zügig auf den Weg zum Schwimmbad. Dort gab es neben dem Schwimmerbecken nicht nur ein kleines Spaßbecken sondern auch ein Wellenbad, einige Wasserrutschen und sogar ein kleines Becken mit Thermalwasser. Neben einer kleine Cocktailhütte mit ordentlich Karibikflair und einem kleinen ungarisch Sprachkurs gab es auch endlich das langersehnte Lángos. Dazu noch ordentlich Sonne auf den Bauch – was kann es schöneres geben. Mit der letzten Verbindung ging es dann wieder zurück zum Platz, wo wir noch kurz am Feuer der anderen saßen und redeten.

Der letzte Tag vor der Heimreise war wieder ein Lagertag. Einige gingen in die Stadt, während andere auf dem Platz blieben. Nachmittags waren wieder alle auf dem Platz und es gab einen spontanen kleinen Workshop zum Thema Feuer. Während dieses langsam aber sicher gute Glut entwickelte, wurden auch schon diverse Leckerbissen für das Grillen vorbereitet. Nach dem Grillen wurden schon die ersten Sachen, welche nicht mehr benötigt werden, abgebaut und der letzte Abend am Lagerfeuer genossen.

Der Tag der Heimreise ging früh los und startete direkt mit dem Abbau, sodass wir so früh wie möglich los konnten. Gegen 11:20 Uhr waren wir am Bahnhof und hatten endlich die Möglichkeit etwas zum Frühstücken zu holen, bevor es um 11:40 Uhr wieder 12 Stunden im Zug zurück nach Freiburg ging. Als wir mit knapp 40 Minuten Verspätung in Freiburg ankamen, waren wir alle sehr froh. Nicht nur darüber wieder in einem Bett zu schlafen, sondern auch über ein wundervolles Roverlager in Ungarn.

Mit dabei waren Carlo, Leona, Nick, Ole, Joschka und Thomas

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