Jupfi-Wö-Pfingstlager 2015 „Verhext“

Erschienen am 25. Mai 2015 in Jungpfadfinder

Franziska Stief

 

Am 22.5.2015 trafen sich um kurz vor drei die mutigen Wölflinge Sarah K. und Emi M. und Jungpfadfinder Sofya I., Adriana K. und Natalie S., die noch nicht wussten, was ihrer da in den folgenden Tagen harrte, mit den Leitern Richard B. und Simon M. am Konzerthaus. Gemeinsam fuhren sie nach Bad Griesbach und wanderten von dort entlang eines sehr ästhetischen Wasserfalls auf einem verwunschenen, etwas steilen Pfad zur Sexauer Hütte. Dort wurden sie schon von Franziska S. erwartet, die mit dem Material zur Hütte gefahren und schon am Abendessenkochen war. Erfreut von der Aussicht auf die warme Mahlzeit wurde sogleich mit dem Aufbau der Jurte begonnen. Kurze Zeit später schaute der Förster vorbei, der die Schlüssel zum (nur zum Abwasserwegschütten verwendeten) Waschraum übergab und die Toilette vorerst reparierte.
Das Abendessen (Reis mit Chili con carne) kam gut an und bot eine willkommene Pause. Nach dem Abspülen wurde die Jurte fertig aufgebaut und eingerichtet. Leider war es dann so spät, dass wir nach dem gemeinsamen Zähneputzen am Quellbrunnen schon in unsere Schlafsäcke krochen.
Gespannt lauschten die Zubettgehenden dem, was ihnen noch mitgeteilt wurde: Der Hexenrat hatte eine Bekanntmachung verbreitet, die den Hexern Richard und Simon und der Hexe Franziska (in der Hexenwelt werden Hexer höflicherweise zuerst genannt) die Vorausbildung und Probe der potentiellen zukünftigen Hexenanwärterinnen während eines gemeinsamen Lagers auftrug. An dessen Ende würde die kleine Hexenprüfung stehen. Voll Spannung und Vorfreude schliefen alle ein.
Nach einem gemütlichen Frühstück und einem Morgenimpuls zum Thema "unterwegs sein" fanden sich alle ein, um die erste Hexentat zu begehen: den ersten eigenen Besen herstellen. Schließlich braucht jede Hexe – gerade zu Anfang – einen solchen. Eifrig wurden Stöcke und Reisig gesammelt und zusammengebunden; schon bald schienen alle bereit für den kleinen Besenführerschein: Slalom fliegen, möglichst wenig Wind erzeugen, Vollbremsung, kreiseln, Sturz- und Steigflug, Hindernisse überwinden und untertauchen. Gemeinsam sollten die Anwärterinnen noch ein Spinnennetz durchfliegen ohne dieses zu streifen. Doch so richtig begeistert schien noch keine vom Fliegen und auch die Teamarbeit holperte noch etwas. Dennoch entschieden sich die Ausbilder dazu, dies noch zu keinem Ausschlusskriterium werden zu lassen und beließen es beim Bestehen aller. Da die meisten Mägen nach so viel Höhenluft vor Hunger knurrten, wurde erst einmal ausgiebig gevespert.
Die am Morgen erworbenen Kenntnisse sollten nun eine wichtige Anwendung finden: beim Quidditch, dem beliebten Hexensport.
Jedoch zeigte sich bald, dass Flugkünste allein nicht ausreichten, es war vor allem Ballgefühl gefragt. So mussten zwischendurch die Mannschaften nochmal durchgewechselt werden. Obgleich kaum eine ohne Kratzer davonkam, blieben alle von heftigen Zusammenstößen verschont und die Besen heil.
Anschließend spielten wir zwei sehr knappe, lustige Runden Activity, bei dem man immer einem Fluch ausgesetzt ist: man kann den gesuchten Begriff nur noch beschreiben, zeichnen oder pantomimisch darstellen. Hier gab es ein Erfolgserlebnis für die zuvor beim Quidditch (vor dem Durchwechseln) haushoch unterlegene Mannschaft: Sie konnte Activity beide Male für sich entscheiden.
Während der Küchendienst kochte, kamen die menschlichen Spiele auf den Besen, ähm wollte sagen zum Zug: Fußball, Mini-WM und Penalty (Hockey).
Anschließend gab es ein leckeres Abendessen (Käsespätzle).
Der Abend schritt voran, wir machten in der Jurte ein kleines Feuer, setzten uns gemütlich mit zusätzlichen Kerzen darum und sangen in die Nacht hinein. Mit dem Feuer war nun allen deutlich wärmer als zuvor, sodass die Atmosphäre ausgiebig genossen wurde. So wollte auch keiner einschlafen und es dauerte eine Weile, bis alle zur Ruhe kamen.
Auch den Pfingstsonntag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück und feierten anschließend gemeinsam einen Wortgottesdienst.
Zum Auflockern spielten wir danach "Hexenfeuer". Da die Mädchen noch keine ausgebildeten Hexen waren, wäre das Feuerüberspringen zu gefährlich gewesen, sodass sich die zwei Mannschaften durcheinander im Kreis um das Feuer (verkörpert durch eine Plane) stellten und versuchten, Mitglieder des anderen Teams dort hinein (bzw. zu einem Kontakt) zu ziehen. Nach zwei Runden spielten nur noch die Mädchen gegeneinander und irgendwann alle gegen alle. Da die Hexer und die Hexe zu stark gewesen waren, hielten sie sich aus dem Spiel raus.
Nach einem kräftigenden Vesper erhielten die potentiellen Nachwüchslerinnen eine große Aufgabenliste zur Vorbereitung auf die kleine Hexenprüfung: Sie sollten die Pflanzen ihrer Umgebung bestimmen, sich einen Zaubertrank ausdenken, eine Flugshow einstudieren und sich überlegen, worauf sie sich jeweils als Hexe spezialisieren würden.
Währenddessen bereiteten die Ausbilder das Abendessen vor. Zusammen wurden noch schnell Grillstöcke geschnitzt und daraufhin mit diesen und Nudelsalat und Stockbrot gegrillt. Um die Zeit zu überbrücken, bis zum zweiten Mal Glut erzeugt wurde, wurde die kleine Hexenprobe vorverlegt.
Die Gruppe präsentierte zuerst ihre Flugshow, bei der Einiges zu bemerken war: Es wurde schon auf den Besen gefeiert, Zaubertränke getrunken, E-Gitarre gespielt, gehopst und gelacht. Zwar ging ein Becher und ein Reisigbüschel verloren, doch die Flugkünste waren sehr schön anzusehen. Eine Anwärterin schaffte es sogar, auf jedem geschossenen Foto in der Luft zu sein. Außerdem stellten die Mädchen ihre Hexen- und ihre Besennamen vor. Danach präsentierten sie ihre geplanten Spezialisierungen. Die Prüfung schlossen sie mit der Vorstellung ihres Trankes und der Übergabe der Pflanzenliste (wegen des dauerbewölkten Himmels entfiel die Sternenbestimmung).
Die Gruppe konnte sich nun am Feuer wärmen, während sich das Hexenteam zur Beratung zurückzog. Bei der Rückkehr desselben wurden die einzelnen Prüfungsteile und die gegebenen Noten durchgesprochen. Mit Auszeichnung hatten die fünf Anwärterinnen bestanden und erhielten alle das ersehnte Abzeichen, das sie berechtigt, eine Hexenausbildung zu durchlaufen und zum Hexendiplom anzutreten.
Zur Feier des Tages, der bestandenen Probe, Bergfest und überhaupt wurde noch weiter gegrillt. Irgendwann zogen wir in die Jurte um, weil es draußen wieder zu kühl wurde. Dort sangen wir noch lange und schliefen ruhig ein.
Der nächste Tag war leider schon der letzte des Lagers. Nach Frühstück und kleinem Morgenimpuls wurde gepackt, wobei kleine Spiele den Abschied erleichterten und die Gedanken an diesen für kleine Momente verdrängten.
Zur Mittagszeit brachen wir auf und begaben uns auf den Heimweg. Dank eines zu früh genommenen Zuges konnten wir die Verspätungen auf der Strecke ausgleichen und kamen annähernd pünktlich wieder am Konzerthaus an.
Dort wurden wir von den Eltern freudig empfangen und gingen nach einer kleinen Abschlussrunde voller Vorfreude auf weitere Hexentaten und Erzähldrang nach Hause.

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