Stammespfingstlager 2014

Erschienen am 6. Juni 2014 in Lager

Franziska Stief

 

In freudiger Erwartung traf sich eine kleine Runde am 6. 6. 2014 vor dem Konzerthaus. Mit dabei waren Nanke F., Natalie S. und Lauri W. von den Wös, Finn B., Lucy D., Mathias D. und Charlotte L. von den Jupfis und Carlo D., Max M., Nick P. und Milan W. von den Pfadis.
Diese tapferen elf aztekischen Pfadfinder waren dem Ruf ihres Königs gefolgt ohne zu wissen, was sie erwartete. Begleitet wurden sie auf ihrem Weg von Richard B., Maura E., Simon M., Ronja S. und Franziska S. Mit Zug und Bus erreichten sie ihr zukünftiges Basislager in Urloffen, wo sie von Alexander D., Thomas G. und Sebastian S. begrüßt wurden, die den Transport der wichtigen Projektutensilien übernommen hatten. Nach einer kurzen Platzbesichtigung wurden die Zelte aufgebaut.
Endlich fand die offizielle Lagereröffnung statt, während der die Gruppe erfuhr, weswegen sie dorthin bestellt worden war: Ihr neuer, junger und in seinem Amt noch unerfahrener König wandte sich mit einem großen Problem an sie: Die Schokoladenvorräte der Azteken waren fast gänzlich aufgebraucht – so etwas war noch nie passiert! Es musste schleunigst etwas geschehen, sonst würde das ganze Volk sich gegen ihn wenden und wahrscheinlich mangels anerkannter Führung im Chaos versinken. Dem König blieb noch eine Hoffnung: Das traditionelle Ritual zu Ehren des Schokoladengottes; was war er für ein König des Namens Ah Cacau, wenn er nicht für Schokoladennachschub sorgen konnte? Doch leider war das Wissen für das Zeremonieprotokoll am Hof verloren gegangen – aber vielleicht erinnerte sich der ein oder andere in dieser Gegend noch daran; der Legende nach hatte dort das Ritual zu früheren Zeiten stattgefunden. So setzte der König sein ganzes Vertrauen in diese kleine Gruppe. Sie sollten das Geheimnis um die Zeremonie lüften und diese möglichst zeitnah durchzuführen. Angesichts dieser Neuigkeiten waren alle froh, dass sie sich beim Abendessen gut stärken konnten. Es wurde ein lustiger Abend; neben dem gemeinsamen Singen und kleinen Fußballspielen malte sich der Ein oder Andere schon aus, was sie am nächsten Tag erwarten würde.
Dieser begann mit einer gemeinsamen Morgenrunde und dem anschließenden Frühstück. Schon zu dieser noch frühen Stunde zeichnete sich ab, dass es ein heißer Tag werden würde und so bereiteten sich alle gewissenhaft vor (Sonnencreme, Hut und viel zu trinken), bevor sie loszogen, um Informationen in der Bevölkerung zu sammeln. In kleinen Gruppen suchten sie verschiedene Gelehrte und ausgezeichnete Azteken auf, die sie in ihren Künsten unterwiesen und mit Informationen spickten. Im Laufe des Vormittags erlernten die Gefährten Festtänze und die Kunst der Kostümierung, die Zubereitung von köstlichen Maisfladen und die Verwendung des aztekischen Zahlensystems. Dabei stellten sie ihr Geschick und ihre Zähigkeit im Ausknobeln verschiedener Rätsel unter Beweis. Die Kleingruppen stellten sich sehr gut an, sodass sie für ihre Arbeiten in der Lehre sogar einen Lohn erhielten. Dank der tatkräftigen Unterstützung ihrer treuen Begleiter – ohne die eine Gruppe wahrscheinlich vollends baden gegangen wäre – schafften es alle, pünktlich zum Mittagsvesper zurück am Basislager zu sein.
Am Nachmittag sammelten die Gruppen weiter Informationen, übten sich darin, auf der Slackline zu balancieren, Grillspieß zu schnitzen, Tlachtli (aztekisches Ballspiel) zu spielen, Kriegsbemalung aufzulegen und Hindernisse zu überwinden. Währenddessen erreichte ein weiterer, erfahrener Gefährte das Lager: Andreas war samt Sohn Samuel angekommen.
Nach einem leckeren mexikanischen Chili und einer Abendrunde saß die Gemeinschaft noch kurz am Lagerfeuer beisammen. In der Nacht übernahmen die Jupfis und Pfadis die Feuer-, Banner- und Lagerwache. Leider wurde das Banner trotz größter Bemühungen (und sogar dem Wachbleiben der Jupfimädels über ihre Schicht hinaus) in der Nacht gestohlen und gegen ein Küchenhandtuch ausgetauscht. Welch ein Hohn!
Nach einer kurzen Morgenrunde und einem stärkenden Frühstück feierte die Gruppe mit Andreas einen kleinen Gottesdienst – der Pfingstsonntag sollte schließlich trotz aller Aufgaben nicht vernachlässigt werden. Auch dieser Tag war schon früh sehr heiß, sodass noch am Morgen eine (reinigende) Wasserschlacht veranstaltet wurde – hier blieb keiner trocken. Nach dem Mittagsvesper, einer kleinen Pause und der Versprechensvorbereitung versammelten sich alle im Schatten. Ein Hinweis war gefunden worden: Eine Abbildung des Sonnensteins. Und auf deren Rückseite befand sich – eine Anleitung für die Schokoladenzeremonie. Zwar war diese etwas vermystifiziert, aber mit ihr sollte sich sicher etwas anfangen lassen.
Glücklicherweise ließ sich bald ein Händler auftreiben, der bereit war, der Gruppe mühsam gefertigte Bildnisse der Ahnen der Azteken zu verkaufen, allerdings zu horrenden Preisen. Zum Glück hatten die Gruppen am Vortag so viel verdient, dass sie sogar die nervigen Nebenbuhler überbieten konnten.
Der Weg zu geeignetem Bauholz für die geforderte Stele führte über einen reißenden Fluss mit hungrigen Wassermenschen und rammsüchtigen Booten. Dank einer beeindruckenden Teamleistung überwanden die Gefährten diesen aber auf Hin-und Rückweg.
Gerade noch so konnten sie verhindern, dass die teuer erhandelten Skulpturen gestohlen wurden. Der erste Räuber war recht schnell gefasst und wurde als Sklave an die Lagerküche verkauft. Der zweite Räuber, der die Ablenkung durch diesen Vorgang nutzte, war schwerer zu fassen und kaum zu halten. Bevor er ebenfalls an die Küche verscherbelt wurde, konnte er sich selbst befreien, sodass die Geiselnahme, die sich zwischenzeitlich zur Freipressung ebendieses Räubers ereignet hatte, nicht für ihren Zweck benötigt wurde.
Nach dieser ganzen Aufregung wurde die Stele liebevoll mit den Bildnissen und dem ganzen übriggebliebenen Geld dekoriert.
Doch schon gab es die nächste Schreckensnachricht: Nun waren wirklich alle Schokoladenvorräte aufgebraucht – es gab nur noch Schlangen zu essen! Zum Glück konnte ein sich anbahnender psychischer Zusammenbruch durch den Verzehr ebendieser (Fruchtgummi-)Schlangen verhindert werden. Nachdem sie Stele endlich fertiggestellt worden war, musste sie noch durch den Gefährten unbekanntes Gebiet zum eigentlichen Zeremonienort gebracht werden. Diesen Hindernislauf meisterte die Gruppe gekonnt. Leider waren die wilden Tiere dort nicht bereit, ihr heimatliches Gebiet zu teilen, sodass eine wilde (Leiter-)Jagd entstand (die die Kinder sichtlich genossen – wann kann man schon mal seine Leiter zu Boden bringen?!). Bald waren alle Bestien besiegt und endlich konnte die Stele aufgestellt werden. Nun begann das Bangen – würde der Schokoladengott ihnen gnädig gestimmt sein? Kurze Zeit später schallte eine frohe Kunde durch das Lager: Das Banner war nicht weit entfernt aufgefunden worden. Sofort begaben sich alle auf den Weg, um das Banner gemeinsam zurückzutransportieren. Sehr erleichtert kehrten sie zurück. Beim Hissen des Banners machten sie eine Große Entdeckung: eine Schatzkarte hing an dem Seil. Nach kurzer, aber intensiver Suche wurde der Schatz gefunden: Schokolade!!
Der Schokoladengott war ihnen wohlgesonnen gewesen, der König und das Volk der Azteken waren gerettet. Ausgelassen konnte nun das Bergfest gefeiert werden: Es wurde ausgiebig gegrillt.
Anschließend stand noch ein weiteres großes Ereignis an: Natalie legte feierlich ihr Wölflingsverprechen ab.
Zur Abendrunde traf schon die Dankesbotschaft des Königs ein, der die gesamt Gruppe zur Auszeichnung ihrer Taten – ganz der aztekischen Tradition gemäß – in den Adelsstand erhob.
An diesem Abend wurde noch lange geredet und gelacht.
Am Folgetag stand schon die Abreise auf dem Programm, schließlich war der Auftrag erfolgreich abgeschlossen worden. Die Zelte wurden geputzt und abgebaut, ein größeres Geländespiel wegen der Hitze und der herabbrennenden Sonne in Werwolfrunden im Schatten umgewandelt.
Nach einer dank weiterer Werwolfspielrunden kurzweiligen Rückreise erreichten alle gut die Heimat und waren sich in drei Dingen einig: Stolz auf das in den vergangenen Tagen Gemeisterte, ein klein wenig Traurigkeit darüber, dass das Lager schon vorüber war und vor allem Vorfreude auf die nächste gemeinsame Aktion!

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