Rosskur 2012 – Die Durchgeknallten Dritten

Erschienen am 4. Mai 2012 in Lager

Franziska Stief

 

Am 3. Mai 2012 trafen sich einige durchgeknallte Dritte und Verbündete, um sich dem Urrover auf der Rosskur in Staufen zu stellen. Mit ins Abenteuer brachen auf: Vanja B, Thomas G, Franziska S, Sebastian T und Sonja T. Nachdem wir in Staufen angekommen waren, uns für die Rosskur angemeldet und die Zelte aufgebaut hatten, verbrachten wir erst einmal einen gemütlichen Nachmittag mit den uns gestellten Rätseln und dem vespern eines Teiles des uns gestellten Proviantes. Um uns herum zogen immer mehr Gruppen los, bis sogar einer der Veranstalter zu uns kam und fragte, ob wir nicht so langsam losziehen wollten. Aber nein, natürlich nicht! Wir setzen doch auf unsere inzwischen bewährte Erfolgsstrategie (um möglichst gut, aber nicht Erster zu werden): Erst essen, früh schlafen und dann nachts loslaufen. Das hat den Vorteil, dass man an den Stationen nicht warten muss und vor allem kein Übernachtungsgepäck mit sich herumschleppt.
Gegen 23:30 klingelte unser Wecker, sodass auch wir (endlich) loszogen. Schon auf dem Weg zur ersten Station hielt neben uns ein Kleinbus und bot an, uns ein kleines Stück mitzunehmen. Welch große Überraschung bot sich uns, als wir bemerkten, dass es einer der Teamer des WBMKs den Wagen für uns gestoppt hatte. An der ersten Station angelangt, begegneten wir auch gleich dem Urrover, der von uns forderte, ein Feuer ohne die (schrecklichen) modernen Hilfsmittel anzuzünden. Motiviert machten wir uns an die Arbeit und legten anscheinend im Vergleich zu den anderen Gruppen eine große Sorgfalt an den Tag, sodass wir die Aufgabenstellergruppe begeisterten. Schließlich schafften wir es sogar, das Feuer mit Hilfe eines Feuersteins zu zünden, was uns anscheinend gleich Bonuspunkte einbrachte.
Wir brachen nach der erfolgreichen Aufgabenbewältigung gleich auf, schließlich wollten wir die anderen Gruppen ja wieder einholen. An der nächsten Station musste ein Rover in einem Baustellensack voller Stroh und anderen Kleinteilen aus der Natur einen beigen Halstuchknoten finden, während die anderen Rover diesen Baustellensack mit Mitrover innen über eine Seilrolle in der Luft halten mussten. Die Wahl fiel auf Franzi, die innerhalb der 15 Minuten zwar einmal den kompletten Strohinhalt auf den Kopf stellte (danach auch dementsprechend aussah – wie eine Vogelscheuche 😉 ), aber den Knoten nicht finden konnte. Immerhin ist sie auch nicht erstickt, in dem Sack, war es minimal staubig, was das Atmen nicht gerade leicht machte. So durften wir danach den ganzen Inhalt (ohne Franzi) auf dem Boden verteilen, um gemeinsam nach dem Knoten zu suchen. So fanden wir ihn auch sehr schnell, aber dann wurde auch klar, warum er davor nicht gefunden wurde: er war unglaublich weich und verbiegbar, sodass er sich bezüglich des Tastgefühls nicht wirklich vom Stroh unterschied. So lösten wir diese Aufgabe aber trotzdem innerhalb der erweiterten Zeitvorgabe.
Von dort gab es zwei Wege zur nächsten Station, einen steilen kurzen und einen längeren nicht ganz so kurzen. Trotz des ertönten Wunsches, den kurzen Weg zu nehmen, bzw. einiger gleichgültiger Äußerungen, entschlossen wir uns, den längeren Weg zu nehmen, da Franzi nach ihrem Strohbad noch immer am Husten und Schniefen war und nicht zusätzlich noch mit einem Berganstieg kämpfen wollte (eine kleine Anmerkung: es war sehr schwül). So machten wir uns auf den Weg, um dann eine Abzweigung zu früh den Weg den Berg hinauf einzuschlagen (im Dunkeln Kurven zählen sollten wir noch üben). Dieser erwies sich dann im Endeffekt als der kurze Weg, wobei wir zwischenzeitlich mit GPS überprüften, ob wir überhaupt noch in die richtige Richtung wanderten.
An der nächsten Station angekommen, fanden wir die dortigen Postenangehörigen schlafend vor. So entschlossen wir uns, erst einmal etwas zu essen. Doch auch später wachte niemand auf, sodass wir uns gezwungen sahen, als Aufwecker aktiv zu werden, um wenigstens in Erfahrung bringen zu können, wo wir die nächste Station finden konnten. Doch gerade, als wir – nach einigen Versuchen – jemanden wecken konnten, erzählte uns Thomas, dass er die Karte des Postens gefunden und auf unserer Karte die nächste Station markiert hatte. Da wir der schlaftrunkenen Person, die uns extra der nächsten Station wegen entgegenschlurfte, nicht antun wollten, umsonst aufgestanden zu sein, ließen wir die Markierung auf unserer Karte schnell verschwinden.
Wir wollten weiter, doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn der ungenau gezeigten Richtung des Postens „den Weg da“ folgte eine Weggabelung mit gleich drei Möglichkeiten. Mit dem Weg, den wir wählten, gelangten wir zwar ans Ziel, erreichten dies aber „von hinten“, sodass uns die Gruppe, die davor dort gewesen war entgegenkam. Für uns war das allerdings ein gutes Zeichen, hieß das doch, dass wir mit der Morgendämmerung Anschluss an das Feld der direkt losgelaufenen Gruppen gefunden hatten.
Bei der nächsten Station mussten wir eine (Papp-)Kuh „melken“, bei der die Milch nur floss, wenn man sie streichelte und singend um sie herumtanzte. Dieser Aufgabe nahmen wir uns mit großer Freude an und johlten voller Enthusiasmus um die Kuh herum, was die die Aufgaben stellende Gruppe mit viel Freude zur Kenntnis nahm (und einigen „witzigen“ Kommentaren). Anschließend sollten wir mit der frischen Milch Pfannenkuchen über offenem Feuer herstellen, für die wir die rohen Eier mitgebracht hatten. Da wir diese noch zusätzlich mit unserer Proviantschokolade verfeinerten, durften wir sogar noch mehr Pfannenkuchen herstellen und selbst verzehren.
Gestärkt verließen wir diese Station und erreichten die nächste auf dem direkten (und auch dem vorgegebenen) Weg. Dort mussten wir die DaVinci – Brücke aufbauen und unser Können im Baumstammweitwerfen beweisen. Die Brücke hielt, obwohl die Stämme inzwischen reichlich matschig und der Boden vom Regen sehr aufgeweicht waren, erstaunlich gut.
Von dort weiter kamen wir an einigen schlafenden Roverrunden vorbei – wir hatten aufgeholt!
Doch die nächste Station erreichten wir wieder „von hinten“ – wir waren einen schön geschlungenen Weg unterhalb des eigentlich gedachten entlanggelaufen, bis wir der Meinung waren, lange genug gelaufen zu sein, wenn die Entfernungsangaben auch nur entfernt stimmen sollten. So nahmen wir die nächste Abzweigung auf den Bergkamm – und standen plötzlich am Ende der Station, was sofort von der Gruppe, der wir davor schon begegnet waren, bemerkt wurde. Diese Station hatte sich zur Wechselstation zwischen den beiden Rundläufen (die Hälfte der Gruppen hatte in die eine Richtung angefangen, die andere Hälfte war in die andere Richtung losgelaufen) entwickelt, sodass wir umgeben von vielen Rovern waren und gemeinsam die Ankunft der Altroverrunde „Fahrendes Fußvolk“ belächelten: sie fuhren bis zur Station vor, bearbeiteten diese und fuhren weiter…
An dieser Station mussten wir erstmals warten, konnten dafür aber in einer warmen Hütte zusammen mit anderen Rovern Süßigkeiten naschen, und sollten, als wir an der Reihe waren, einige rote Fähnchen finden, die im Wald versteckt waren, Außerdem mussten wir einige Gruppengeschicklichkeitsspiele meistern, bevor wir dann einen Baum fällen mussten (der Baum war ein festgezurrter Stamm, der von allen Gruppen immer wieder gefällt wurde, sodass er schlussendlich schon fast zu Brennholz gehackt war), was Vanja übernahm und sich dafür die volle Waldarbeitermontur anlegte.
Gemeinsam mit den Endingern, die uns in ihrer schrägen Kreativität vom WBMK noch in guter Erinnerung waren, wanderten wir zur nächsten Station, an der es galt, Fußspuren den diese verursachenden Tieren zuzuordnen.
Zwischendrin legten wir noch einen kleinen Halt ein, um der Morgenmüdigkeit mit Kaffe oder heißer Schokolade entgegenzuwirken.
Wir wanderten weiter und nach einer weiteren Station gelangten wir schon an die letzte, die wir in dem Zeitrahmen noch schaffen würden. Dort hätten wir Bademoden auf einer improvisierten Rutsche präsentieren sollen, die Betreuer der Station waren allerdings schon am Abbauen. Wir entschieden uns, ihnen lieber beim Abbauen zu helfen und dafür einige Punkte zu bekommen als doch noch zu rutschen, nachdem wir gesehen hatten, dass an dieser Station Punkte nicht leicht zu erringen waren.
Stolz, bis zum zeitlichen Ende mitgelaufen zu sein (und die Endinger noch überholt zu haben 😉 ), begaben wir uns auf den Weg zum Bahnhof, von dem wir zurück nach Staufen fuhren und von dort zum Lagerplatz liefen. Dank eines sehr engagierten Busshuttles der ausrichtenden Pfadfinder, wurde es uns ermöglicht, eine Dusche zu nehmen, worüber wir nach einem sehr langen Tag ausgesprochen dankbar waren.
Frisch geduscht und im Genuss gewechselter, noch nicht durchgeschwitzter Kleidung begaben wir uns ins große Zelt, um die musikalische Unterhaltung zu genießen und der Siegerehrung beizuwohnen. Wie immer wurde bei den hinteren Platzierungen begonnen, doch bei diesen waren wir noch nicht dabei. Langsam ging es in die Nähe der besten 15 Gruppen und die Endinger holten ihre Urkunde ab. Es ging in die Top Ten und endlich wurde verkündet, welche Platzierung wir erreicht hatten. Wir hatten den achten Platz geschafft!!
Es wurde noch ein wenig gefeiert, doch nachdem wir schon so früh aufgestanden waren, zog es uns doch bald in unsere Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen packten wir zusammen und machten uns auf den Heimweg – natürlich nicht ohne die Zwischenzeit genutzt zu haben, mit alten Bekannten noch ein wenig geplauscht zu haben.
Müde, aber stolz auf die gemeisterte Herausforderung und mit vielen tollen Erinnerungen kehrten wir nach Hause zurück.
Bis zur Auflösung der Roverrunde Die Durchgeknallten Dritten war diese Rosskur die mit unserer besten Platzierung.
Und der Urrover hatter sein Ziel erreicht: Er hatte uns zeigen können, dass früher alles besser war – aber heute waren wir auch ganz gut (Zitat, Rosskurmotto)!
Lang lebe er, der Urrover!

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