Wölflingssommerlager 2018

Erschienen am in Aktion, Lager, Wölflinge

Ron Stendel

Ron Stendel

Ist 2006 als Wölfling in den Stamm gekommen. Er hat als Hilfsleitung in der Pfadfinderstufe begonnen und ist nun von 2016 bis Sommer 2019 Leiter in den Meuten Steinadler und Europäischer Luchs.

 

Die Sommerzeit bringt Bewegung in alle Pfadfinderkreise. An den Bahnhöfen sammeln sich mehr und mehr Pfadfindergruppen, die ihre freie Zeit außerhalb des alltäglichen Geschehens in der Stadt verbringen wollen und stattdessen gemeinsam auf Fahrt gehen oder ins Zeltlager. Wir taten es ihnen gleich und trafen uns mit Ferienbeginn, wie eh und je, am Konzerthaus. Dort begann am 26.07.2018 um 13:10 das Wölflingssommerlager der Meute Steinadler und der Meute Europäischer Luchs.

Die Zugfahrt nach Müllheim ging ratzfatz vorbei. In Müllheim hatten wir einen anderthalbstündigen Umstieg, der ganz und gar nicht ratzfatz vorbei ging. Wir saßen im schönen Grün des Bahnhofsvorplatzes, aßen Kuchen und stellten fest, dass der Ortsname hier Programm ist. Anschließend fuhren wir noch eine halbe Stunde mit dem Bus bis nach Kandern-Sitzenkirch und waren somit am Ziel.

Wir wurden von der Bauernfamile, auf deren Wiese wir lagern durften, willkommen geheißen und bauten unsere Jurte auf. Gleichzeitig kredenzte uns der erste Küchendienst das Abendessen (Nudeln mit roter Sauce und italienischem Hartkäse). Auf das Essen folgte in der Abendrunde die Lagereröffnung mit Infos, Tipps und Regeln zum Lagerplatz und zur Gruppe. Nach der Erkundung der Wiese, des angrenzenden Baches und des Bauernhofes, gingen die Wölflinge mit dem Lied „Hohe Tannen“ zum schläfrigen Nachtprogramm über.

Der erste Morgen wurde durch unser Morgenlied „Dämmert von fern“ eingeleitet. Zum Frühstück gab es natürlich Brot mit Belag. Besonders hervorzuheben ist aber die leckere frische Milch von den auf der Nachbarwiese beheimateten Demeter-Kühen, die sogar noch warm war. Dementsprechend war „Müsli mit Milch“ besonders begehrt und wir kamen auf einen Durchschnitt von 400 ml pro Person. In der anschließenden Morgenrunde sangen wir „Nun greift in die Saiten“, unser Morgenrunden-Lied, das die meisten wohl immer mit diesem Lager in Verbindung bringen werden.

Damit waren wir gestärkt für die Wanderung zur Ruine der Sausenburg. Mit Sausen hatte die Wanderung zwar nichts zu tun, aber für die sehr große Hitze haben wir den steilen Weg in einer ganz guten Zeit geschafft. Die Brotzeit gab es dann mit schöner Aussicht im Burghof am Brunnen.

Zurück in Sitzenkirch gingen wir am Ortseingang auf den Spielplatz mit Seilbahnfahren, am Brunnen mit Wasser experimentieren, singen und undefinierbarem spielerischem Tohuwabohu. Abends gab es eine ausgedehnte Singerunde, vermischt mit Pfadfindergeschichte und kurzweilig belebt durch viele erzählte Witze.

An diesem Tag haben wir erfolgreich unsere Umgebung erkundet, sodass wir uns bereits am ersten Abend sehr heimisch fühlen konnten. In den darauf folgenden Tagen konnten wir den „Radius“ der erkundeten Umgebung deutlich erweitern, als wir das erste mal zum Einkaufen in das gute drei Kilometer entfernte Kandern liefen. Aufgrund der fortwährenden großen Hitze und dem (von der Leiterseite initiierten) Bedürfnis nach Körperhygiene, hatten wir geplant, unsere gefühlte Körpertemperatur und unsere Sauberkeit durch einen Besuch im Freibad dem uns umgebenden Durchschnitt anzupassen. Nur hatten wir leider nicht gewusst, dass man mit unseren hauptsächlich etwas weiter geschnittenen Badehosen dort nicht ins Wasser durfte.

So wurde unsere Sauberkeit nach dem Einkauf durch ausgiebiges Platschen in der Kander und einer weiteren Abkühlung im Dorfbrunnen gewährleistet. Erfrischt fuhren wir mit Einkäufen beladen mit dem Bus zurück nach Sitzenkirch. Die weiteren Besuche in Kandern gestalteten sich ähnlich.

Noch in der ersten Hälfte unseres Lagers bekamen wir besuch von den Jungrovern. Die hatten sich das herausfordernde Ziel gesetzt, bei diesen Temperaturen nicht sesshaft zu bleiben, sondern auf Fahrt zu gehen, mit Hängematten und einigen vorbestimmten Zwischenhalten: Sie wollten jedes Stufenlager unseres Stammes besuchen. So tauchten die großen rotbetuchten und schwitzenden Rover eben auch bei uns auf und wir hatten eine schöne Zeit. Gleichzeitig kam sogar Lagerpost vom Jungpfadfinderlager bei uns an. 

Am Abend gab es eine Versprechensfeier im Wald, bei der Freyja ihr schönes Wölflingsversprechen ablegte. Anschließend wurde beim Bergfest gegrillt und der neue Versprechling in unserem Kreis gefeiert. Die Nacht verbrachten die Rover unweit unserer Jurte unter freiem Himmel.

In den folgenden Tagen zog es uns erneut zur Sausenburg, um dort Ritter zu Spielen, Wespen zu füttern, Angst vor Wespen zu bekommen und uns beim Singen von weitgereisten Touristen filmen zu lassen. Schön, dass das Geschunkel unserer Zuschauer in folgenden Singerunden bei uns nicht zukunftsfähig war.

Viel Zeit haben wir nahe unseres Lagerplatzes (z.B. bei unserer Bachwanderung) oder auf dem Hof verbracht. Wir hatten das Glück, dass die Kühe auf der direkt gegenüberliegenden Weide zu beobachten waren. Außerdem haben die Kälbchen und vor allem ein Neugeborenes namens „Nintendo“ die Herzen der Kinder erfreut. Aber auch die Hündin Tinka und die Katzen! Zusammenfassend bleibt uns die sehr große Gastfreundlichkeit der gesamten Hof-Familie gut in Erinnerung! Wir hatten genug Dachlatten für unser Lagerfeuer, die Kinder durften beim Kühetreiben helfen, beim Melken zuschauen, hier und dort zur Hand gehen und auf dem Traktor mitfahren.

Eine sehr schöne Überraschung gab es für uns noch zum Schluss. Nach kurzem Fußweg hat uns der Bauer mit dem Traktor bis zur Bushaltestelle in Kandern gezogen. Wir durften auf den Anhänger, beladen mit großen Rundballen, klettern und dort mitfahren. Wir haben „Hoch auf dem gelben Wagen“ gesungen und den Ort zum Schluss noch mit Fahrtwind in den Haaren aus einer neuen Perspektive gesehen. Wir verabschiedeten uns und fuhren den restlichen Weg weniger spannend mit dem Bus und Zug zurück nach Freiburg. Ein großer Dank gilt noch unserem Kuraten Andreas, der für uns das Lagermaterial nach Freiburg gefahren hat. Das Lager haben wir am 03.08., zehn Tage nach Lagerbeginn, im Abschlusskreis mit unserem Abschiedslied „Nehmt Abschied Brüder“ beendet.

Von den Wölflingen haben Smilla M., Mia M., Tessa M., Lotta L., Freyja L., Kaja K., Augustin B., Samuel M., Tim S., Rosa F., Lovis K., Lukas L., Jakob E. teilgenommen, von den Leitern Fabi K., Ron S., später Charlotte E. und Besuch von den Rovern Lucy D. und Finn B. und dem Roverleiter Thomas G. Das Material hat für uns Carlo D. und Andreas M. gefahren, nochmals vielen Dank!

Bericht von Ron